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Ushuaia - Das ENDE der Welt

Meine Freundin Sabrina (aus Buenos Aires) liebt die Kühle und ergreift jedes Jahr die Flucht vor dem schwülen Sommer in der Großstadt. – der Schnee in Europa hätte sich angeboten, aber die argentinische Präsidentin (von allen nur „Christina“) genannt, hat die Reisen ins Ausland für Argentinier ziemlich erschwert, denn diese können nur in geringem Umfang Dollars und andere Währungen kaufen, und nur, wenn sie alle möglichen Unterlagen vorweisen. Zudem hat die Regierung im Land den Wert des Pesos so gehoben, dass der Dollar im offfiziellen Kauf unerschwinglich ist. Das hat den Schwarzmarktpreis („Dollar Blue“) natürlich ziemlich in die Höhe getrieben – und leider auch die Reisepreise im Inland (denn nun wird im „Inland“ gereist)! Unser Ziel war Ushuaia - „Hauptstadt von Tierra del Fuego (Feuerland)“, ca. 2300 km südlich von Buenos Aires und somit das geografische Zentrum Argentiniens! Tja, ich hab das vorher auch nicht gewusst… aber da zu Argentinien auch ein „Torteneck“ der Antarktis gehört, wird es wohl stimmen.

3 Monate suchte ich nach einem günstigen Flug, doch das billigste Angebot für „Nichtargentinier“ war immer noch doppelt so teuer wie der Flug zum Kongress nach Paraguay – das war ein „saurer Apfel“!

Doch farbenprächtige Lupinen, Sonnenschein und saubere Luft, schneebedeckte Berge und eine tolle Zimmer-Aussicht über die Stadt und den See haben uns entlohnt! Nachdem wir uns bei der Touristeninfo schlau gemacht und die Matratzen  eingelegen hatten, stand unsere 5-Tages-Planung fest. Zuerst eine Schifffahrt durch den Kanal von Beagle zum Leuchtturm „am Ende der Welt“ mit Inselwanderung. - in Ushuaia kann man an einem Tag 4 Jahreszeiten erleben -  als wir die Schiffsfahrt machten, war allerdings vom „Sommer“ nicht viel dabei. Dafür wurde bei unserer einsamen Wanderung durch den Nationalpark der anfängliche Nieselregen durch strahlenden Sonnenschein ersetzt – und meine dicke Windjacke mit Schal und Kapuze durch ein kurzärmliges T-Shirt. In der Jausen-Pause schien die Sonne auf den Bauch und die Libellen umschwirrten uns. Die nachtaktiven Biber sind hier wegen der Kürze der Nächte auch „tagaktiv“ und so kann man sie gut beobachten. Die Wanderung dorthin ging über weichen, schmatzenden Torf-Boden und endete mit gutem Asado in einer urigen Waldhütte. In dem früheren Gefängnis, das inzwischen zu einem Museum  umgestaltet wurde, informierten wir uns darüber, dass Ushuaia anfangs so etwas wie eine „Strafkolonie“ war, die Ureinwohner (wie überall) fast ausgerottet wurden, der Bezeichnungen „Patagonien“, „Feuerland“ und „Pazifik“ von Magellan erfunden wurden und der Leuchtturm vom „Ende der Welt“ eigentlich gar nicht der südlichste ist. In der südlichsten Versammlung der Welt lernten wir Silvia und ihre Tochter kennen, die mit uns am letzten Tag noch nach Tolhuin fuhren und uns ihre Lieblingsplätze zeigten – glasklare Seen, in denen sich die Wälder spiegeln und menschenleere Kiesstrände… Abends gings dann doch zu gegrilltem Fisch und nicht in eines der unzähligen netten Kaffeehäuser, denn obwohl Schokoladen und Pralinen hier DIE Touristenattraktion sind, fehlt in Argentinien eindeutig der Geschmack guter LINDT-Schokolade…


25.6.13 13:59

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