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Coronel Suárez

Ich hatte mich ja schon in Coronel Suárez angekündigt – eine Stadt 6 Busstunden südlich von Buenos Aires mit ca. 40.000 Einwohnern und 3 Kolonien, in denen größtenteils wolgadeutsch gesprochen wird (in jeder Kolonie ein bisschen anders).

Mein Bett kannte ich ja schon, als Anlaufstelle für Fragen und Hilfen aller Art stellten sich die Diels heraus, die bei uns ums Eck wohnen und die Gastfreundschaft der Brüder bewirkte,  dass wir unsere Wohnung nur als Abstellkammer verwendeten. Die zwei Mini-Hunde, die vorübergehend unseren Garten als Toilette verwendeten, wären zwar gern hier eingezogen, aber das konnten wir doch verhindern. Wäre nicht die Sandstraße vor dem Haus und der ständige (angenehme) Wind, so müsste hier nicht einmal geputzt werden.

Doch eine Woche später war alles anders. Matratzen wurden gerichtet und Ordnung in unser Chaos gebracht, so dass die 3 „Mädls“ aus Luxemburg (Zelinda+Joana) und Deutschland (Christina) Platz fanden. Die Bett- und Badekoordination ging ja schnell, aber dass es nur einen Internet-Anschluss gibt, macht uns bis heute zu schaffen. Inzwischen haben wir auch einen zweiten Kochtopf und eine Wäscheleine. Wir sind auch schon Profis im Klo-Verstopfung-beheben und in der Stockbetten-Montage. Der Vermieter hat uns auch ein paar Regale versprochen, aber inzwischen dienen 2 Schnüre von der Decke und ein Besenstiel dem gleichen Zweck! Liebe Brüder haben sich unseres „Urwalds“ erbarmt und nun wird unser Nachbar regelmäßig mit Kuchen bestochen, um das Gras weiterhin kurz zu halten. 3 Fahrräder (ohne Bremsen) und ein Moto (mit Start-„Mucken“) bringen uns zur Versammlung oder zum Treffpunkt, aber dann geht’s auf der Ladefläche eines Pick-ups ins Gebiet. Mit der richtigen Geschwindigkeit wird man dabei bei Regen nicht einmal nass!

Das WG-Leben (Christina und ich teilen uns ein Schlafzimmer und im anderen schlafen Elisabeth, Zelinda und Joana) ist für uns alle ein neues Experiment und so haben wir vorläufig den Freitag als unseren Koch-, Putz- und Besprechungstag festgelegt.

Vor ein paar Wochen habe ich auch einen Ausflug nach Saladillo unternommen. Dort waren ja ein Großteil meiner Sachen deponiert. Sicherlich wunderte sich der Busfahrer, warum jemand mit leerem Koffer reist. Als ich dann eine Nacht später mit einem vollgepackten Koffer den Heimweg antrat, wunderte sich derselbe Busfahrer wahrscheinlich noch mehr. Jedenfalls bin ich jetzt wieder in Besitz meines Moskitonetzes, das wir in einer nicht ganz fachmännischen Weise über meinem Bett montierten… die nächtlichen Besuche dieser kleinen Biester sind nun vorbei, juchhee!!!

Die Versammlung beherbergt neben unserer deutschen Gruppe auch noch die Gehörlosen, und da es nur einen Nebenraum gibt, haben wir das Versammlungsbibelstudium immer VOR der spanischen Zusammenkunft. Wenn auch noch (2x im Monat) die theokratische Schule auf Deutsch ist, dann im nahe gelegenen Wohnzimmer von Daniel - und für die 2. Stunde wird in den Saal gewechselt. Da die Brüder vor Ort nie auf Deutsch lesen gelernt haben, kommt ihnen der „Deutschkurs“ Dienstag abends sehr zu Hilfe. Da wird zumindest das Anfangslied für den Freitag geübt und einige Male gesungen. So hält sich der Katzenjammer im Nebenraum in Grenzen ;-)

Von der Versammlung wurden wir sehr herzlich aufgenommen. Der Koordinator hat extra einen ganzen Nachmittag unsere Namen geübt, um uns von der Bühne aus alle persönlich begrüßen zu können. Abends tauchte er dann nochmals mit einer extragroßen Packung Eis  zum Einstand auf.  …

Aus welchen Brüdern sich unsere Gruppe nun genau zusammensetzt, ist mir noch nicht ganz klar, denn da gibt’s noch einige in der Versammlung, die deutsch plaudern und manchmal mit in den deutschen Dienst gehen… Jedenfalls haben wir Carmine aus der Schweiz! Der ist schon zum zweiten Mal da, kennt sich gut aus, spricht inzwischen super Wolga-Deutsch, managt die Gebiete und managt derzeit auch noch uns… Roberto ist unser Gruppen-Ältester. Er spricht vor und nach dem Treffpunkt deutsch mit uns, aber den Treffpunkt selbst leitet er auf Spanisch. Warum? „Ach - das geht doch viel schneller!!!“ – Leider hab ich manchmal so „Aussetzer“, wo ich auf einmal gar kein spanisch mehr verstehe, dann gehts auf einmal eh auch auf Deutsch ;-) und seine Frau Jorgelina kann ihm ja soufflieren.  Dann gibt’s noch Alizia und Hugo (die beide sehr gut Wolgadeutsch sprechen), Daniel und sein Sohn Gaston (der grad in Ezeiza beim Kongress-Saal mit baut), Fermin (der Wolgadeutsch kann, sich aber nicht so richtig traut), Sonja (deren Mutter deutsch spricht), Mabel (die mit Deutsch grad ein bisschen pausiert), Nilda und Manuel (der erst deutsch lernt aber super Gitarre spielt), Barbie (die schon super Deutsch gelernt hat) und Magdalena (bei der immer der „Deutschkurs“ stattfindet). Der Altersschnitt dürfte so ca. bei 60 liegen, aber das ist genau passend für unser Gebiet ;-)

… Vor 2 Wochen bogen sich im Garten eines netten Ehepaars gerade die Äste des Zwetschenbaums und so kam mein Obstkuchen-Rezept in letzter Zeit stark  zum Einsatz ;-)  Auch sonst hatte der Garten viele Fotomotive zu bieten…


25.6.13 13:48

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