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Übersiedlung

Meine BUS-Reise nach Argentinien sollte in zwei Teilen erfolgen – nämlich mit einem Zwischenstopp in Porto Alegre. – zum Füße vertreten und zum Anschauen…

Ich kam mit dem Nachtbus gut in Porto Alegre. Die 2 vollgestopften Koffer und 4 weitere Taschen und Rucksäcke ließ ich in der Gepäckaufbewahrung. In der Touristeninformation besorgte ich mir einen Stadtplan und ausgerüstet mit guten Tipps gings los. Zum Hafen, zum historischen Zentrum ... und vor allem zum Markt – der hats mir angetan! Dort gibt’s wirklich alles, was das Herz begehrt! Nach einem gemütlichen Nachmittag in einem großen Park wollte ich weiterreisen. Doch oh Schreck: der Bus war kaputt, wir wurden umgebucht auf eine andere Busgesellschaft und die Weiterfahrt verzögerte sich um Stunden. Zum Glück konnte ich Graciela und Manuel informieren, die mich in Buenos Aires abholen wollten. Statt um 11.30 kam ich um 18.20 an… Nachdem das GPS endlich beschlossen hat, zu funktionieren ging es dann nochmals eine gute Stunde weiter. Manuel und Graciela sind seit 18 Jahren im Kreisdienst und sie sind überglücklich, dass sie jetzt das erste Mal eine eigene hübsche kleine Wohnung haben. Auf ihrer „Dachterrasse“, dem Dach des Königreichssaals, könnte man eine nette Party feiern.

Für den Dienst am nächsten Tag (Sonntag) wurde ich mit einer durchsichtigen Tasche ausgerüstet und der Warnung, keinen Schmuck zu tragen. Beim Treffpunkt waren 86 Anwesende und wir zogen in großen Gruppen los, um diesen demütigen Menschen zu predigen. Die Zunahme ist enorm. Beim Vortrag am Abend waren 205 Anwesende, so dass trotz der zusätzlichen Sessel viele stehen mussten. Am besten gefiel mir jedoch der Eifer, den die Kinder beim Kommentargeben an den Tag legten!

Am nächsten Tag gings (2 Stunden in den Süden) weiter nach Saladillo zu einem Ehepaar (Edith und Juan Carlos), die auf ihrer Europarundreise bei mir übernachtet hatten. In meinem Kopf war zwar inzwischen der „Portugiesisch-Chip“ durch den „Spanisch-Chip“ ersetzt(die beiden Chips sind leider „inkompatibel“), doch Edith warf mich gleich ins kalte Wasser, indem sie mich bat bei ihren Studien auf Spanisch zu beten… Das Wetter machte uns einen Strich durch die Rechnung und so mussten wir den Ausflug ans Meer streichen (gern hätt ich die Gastfreundschaft dieser lieben Familie noch länger genossen, aber ich musste weiter (in den Süden) nach Coronel Suarez. (nur 1 ½ Koffer durfte ich bei ihnen deponieren)

Elisabeth Büller (aus Petronell bei Wien) hält in Coronel Suarez seit 4 Wochen die Stellung. Die kleine deutsche Gruppe bereitete mir einen sehr herzlichen Empfang. Gemeinsam verbrachten wir einige schöne Stunden im Predigtdienst in den wolgadeutschen Kolonien. Am besten verste-in mi de Leit, wen i beinah plaudr, wia ma de-ir Schnawi gwachsn is… und wenn i net zu vui neiche Palavras nimm und wenn i sche-i sacht plaudr! - Die Menschen sind zwar sehr „traditions-katholisch“, haben jedoch viele Fragen, die wir natürlich gern beantworteten ;-) – so musste ich meine Partnerin vom letzten Besuch direkt fortreißen, weil die anderen schon so lang auf uns warten mussten.

Hab ich schon erwähnt, dass man bei Regen nicht in den Dienst geht!? Das hat schon irgendwie seinen Sinn! Die Straßen sind nicht asphaltiert und werden total matschig und Kanalisation gibt’s natürlich erst recht nicht. Außerdem müssten die Leute raus in den Regen kommen um uns zu „atendieren“. So werden die Regentage zum Ausschlafen oder bestenfalls für Rückbesuche verwendet. (im Dezember gibt’s übrigens viele Regen-Tage *g*)

Mein nächstes Ziel ist Bariloche. Daniel fuhr mich mit dem Auto bis Bahia Blanca. 200 km Fahrstrecke sind hier ein Katzensprung und ein kleiner Abstecher zu den Sierras de la Ventana (da ist ein Fenster in den Felsen) ging sich auch noch aus. Von Bahia Blanca gings per Nachtbus (natürlich mit viel Verspätung) direkt in das über 1000km entfernte Bariloche. Glücklicherweise war ich auf den Temperaturunterschied vorbereitet und mein dicker Pullover war griffbereit. Zum Glück wohnt Sofias Familie in einem schönen Holzhaus mit guter Heizung. Ich hab noch schnell einen Kuchen gebacken und so störte es uns auch nicht, als es begann, wie aus Kübeln zu schütten….


25.6.13 13:23, kommentieren

Kleiner Zwischenbericht

Inzwischen kenn ich alle Nationalgerichte (Bohneneintopf, Hot Dog mit MiniFrittes, Kuchen und Torten vorzugsweise mit viel Kondensmilch ...)

Meine Rezepte hab ich inzwischen auch soweit adaptiert, dass die Kuchen mit brasilianischen Zutaten, ohne Waage und im Gasbackrohr doch essbar werden. Vollkornbrot-Backen muss ich allerdings noch lernen. Das ist hier große Mangelware!!!

 

Vielen Brasilianern fehlt eine gute Schulbildung (die öffentlichen Schulen sind leider nicht sehr gut). Ich nehm das österreichische Schulsystem oft als selbstverständlich, aber im Vergleich zu Brasilien, ist bei uns das Niveau wirklich hoch. (mir wurde gesagt, dass das hier von der Regierung sogar so gewollt ist)

Vor ein paar Tagen wollte ich mir in einem großen Einkaufszentrum (vergleichbar mit Interspar) eine kleine Wasserflasche kaufen und hatte nur einen 100er zum Bezahlen. Am Bildschirm der Kassa stand, dass sie mir 99 Reais zurückgeben sollte. Die Kassierin sah mich ganz entsetzt an und wusste nicht, was tun. Zuerst nahm sie ein Bündel 50er, bemerkte dann jedoch, dass sie nur einen braucht, und legte die anderen wieder zurück. Dann nahm sie einen 20er und dann begann sie mit dem Kleingeld herum zu hantieren. Tu guter Letzt gab sie auf und läutete nach einer Kollegin. Diese erklärte ihr dann ganz langsam, wie sie die einzelnen Scheine zusammensammeln musste, um zum korrekten Retourgeld zu kommen. - und das war eben nicht in einem "Bimperl-Laden"!

Einer Dame, mit der wir die Bibel studieren mussten wir letztens erklären, dass es vor Jesus auch schon Menschen gegeben hat.

Diese Menschen haben leider nie wirklich gelernt, Schlüsse zu ziehen, sich Informationen zu erarbeiten, selbständig zu denken. Und auch wenn sie als Erwachsene dann in Eigeninitiative versuchen, Dinge zu erlernen, so fällt es ihnen doch schwer.

 

Hier in Brasilien fällt mir auch oft der Bibeltext ein: "Auch wenn ihre Mutter ihre Kinder verlässt, ich werde euch nie verlassen!" spricht Jehova. (weiß nicht genau, wo das steht). Hier gibts so viele Großeltern, die ihre Enkel aufziehen, weil die Mutter einfach abgehauen ist oder sagt, sie hätte keine Lust, ihre Kinder aufzuziehen. Viele Kinder wachsen auch bei Adoptiveltern oder bei irgendwelchen Verwandten auf.

Obwohl hier nach außen hin der Respekt vor Älteren und Großeltern noch vorhanden ist, merkt man doch, dass es immer mehr abbröckelt und bald alles wie ein Kartenhaus zusammenfallen wird...

Auch der Alkoholismus ist ein Problem, die Unmoral sowieso.

 

Inzwischen haben sich noch ein paar "deutsch Lernende" der Gruppe angeschlossen und so sind wir nun auf 15-16 angewachsen. Einige sind inzwischen schon zur kurzzeitigen Unterstützung gekommen und wieder gegangen (weil sie wieder zurück nach Europa mussten)... dafür sind andere gekommen…

 

Inzwischen ist es schon ziemlich heiß. Die Regenschauer, die völlig überraschend kommen, sind meistens zu kurz um abzukühlen. So freut man sich über jede Wolke, die die Sonne verdeckt und die stechende Hitze abhält. In Ermangelung von Bäumen am Wegesrand bin ich immer mit Hut, Sonnenbrille und einer Wasserflasche ausgerüstet. Außerdem habe ich meine Siesta etwas verlängert. Aber der SOMMER soll ja erst kommen…

 

Um Platz zu machen, und auch weil ich sowieso ausreisen muss, geht’s für mich nun aber ab nach Argentinien. Zuerst mal „überallhin“, um liebe Freunde zu besuchen und dann, um mich bis Ende April sesshaft zu machen. Dann kehre ich wieder bis zu meinem Rückflug nach Blumenau zurück.


25.6.13 13:18, kommentieren

Ansprachen

Hier in Blumenau werden derzeit jeden ersten Mittwoch im Monat die Ansprachen in der Theokratischen Schule auch auf Deutsch gehalten. Oft steckt wochenlange Vorbereitung hinter einer 5-Minuten-Asprache, vor allem, wenn man bedenkt, dass einige erst ganz kurz Deutsch lernen und auch die „Muttersprachler“ keinen sehr großen Wortschatz haben und oft nicht lesen können.

Deshalb gibt es jetzt auch jeden 2. Sonntag nach der deutschen Versammlung eine „Leseschule“. 15 Personen haben sich dafür angemeldet. Man bekommt eine Zuteilung von 2-3 Abschnitten aus dem „Was lehrt...“-Buch und einen Punkt, auf den man achten soll. Danach gibt es Rat, wie in der TPS. Markus, der „Lese-Schulleiter“ macht das sehr gut und hat auch immer ein paar Tipps vorbereitet, wie man komplizierte Buchstaben richtig aussprechen kann. Die 2 Wochen Vorbereitungszeit werden von den „Schülern“ fleißig genützt, um komplizierte Wörter zu üben und manchen sind die Anstrengungen direkt von der Stirn abzulesen… aber wenn’s geschafft ist, gibt’s immer viel Freude und auch kräftigen Applaus!

 

 


25.6.13 13:25, kommentieren

Sportliche Betätigung - Volleyball

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... ein kleiner Beweis, dass ich mich hier auch sportlich betätige…

Sogar 2x in der Woche und mit Trainer! (Das ist übrigens auch der einzige Herr in unserer Mannschaft) „Grupo das Estrelas“ nennt sich der lustige Haufen und ist sogar in Facebook vertreten ;-)!

Aber man muss sagen, diese Damen haben es in sich! Es macht richtig Spass!

Doch jetzt hab ich ein anderes Volleyballteam gefunden und bin am überlegen, ob ich nicht wechsle – es heißt „Versammlung Nova Esperanca“. Sogar der Kreisaufseher und seine Frau spielten schon mit. Und nicht einmal schlecht ;-)

 


25.6.13 13:16, kommentieren

Brasiliens Strände

 

Brasiliens Strände sollen ja die schönsten sein. Da bin ich natürlich neugierig geworden und habe mich auf Erkundungsreise gemacht. Mit dem Bus, mit Brüdern … Und tatsächlich, ich bin begeistert. Kein Wunder, warum am Wochenende alle am Strand sind (die meisten haben dort irgendwo ein kleines Haus) und am Sonntag Abend alle Zufahrtsstraßen verstopfen… Statt 2 Stunden fährt man halt 4-5 Stunden heim. Aber das nimmt man offenbar gern auf sich!


25.6.13 13:15, kommentieren

Predigen im Außengebiet

Juliane hatte eine Woche frei und dachte, sie wolle ein „Außengebiet“ bearbeiten. Die Wahl fiel auf „Vila Itoupava“. Eigentlich ein Stadtteil von Blumenau, aber 25km vom Zentrum entfernt und mit 7000 Einwohnern wie ein kleines ländliches Dörflein. Man könnte meinen, man sei irgendwo im Zillertal… Sogar die Sprache passt, nur die kehligen „sch“s fehlen. Hier müsste man eigentlich die Personen notieren, die nicht deutsch können, das wäre schneller. Und so kann man hier fast Haus-zu-Haus-Dienst machen. Hier sind die Menschen noch vertrauensselig, zugesperrt  wird nicht, aber auch hier spüren die Menschen Leid und Ungerechtigkeit. Und so waren das (neben der Frage:„Was geschieht beim Tod?“) die hauptsächlichen Gesprächsthemen. Auch wenn man eigentlich „keine Zeit hat“, ist immer noch eine Viertelstunde Zeit um über Gott zu reden… Auch durch ihre alten Fachwerkhäuser und die Blumengärten wurden wir voll Stolz geführt. …


 


25.6.13 13:13, kommentieren

Nur ein kleiner Eindruck ...

Was wir gestern im Dienst erlebten, ist hier eigentlich gar keine Seltenheit!

In einer etwas abgelegenen Straße in meinem Gebiet hatte ich noch ein paar Adressen, an denen offenbar Deutsche wohnen sollten. Wir probierten die erste Adresse und tatsächlich – Oskar Handke (er sei sogar entfernt mit dem Schriftsteller Peter Handke verwandt) öffnete. Wir führten durch den Gartenzaun eine nette Diskussion über Dreieinigkeit, die Hoffnung der Toten… Seine Frau Isolde gesellte sich dazu…

Wir versprachen wiederzukommen und Isolde informierte uns, dass ihr Mann nur montags erreichbar ist, weil er sich da um seine Orchideen kümmert. – das war das Stichwort: wir wurden hereingebeten, sahen nicht nur den riesigen Orchideengarten, in dem es sogar einige ganz seltene Arten geben soll, sondern auch das Haus und den Rest des Gartens – hier gab es  nicht nur Orangen, Zitronen und Papaya sondern auch Granatäpfel, Limonen, Maracuja, Mango, Zierananas und vieles mehr… sogar eine Vanilleblüte sahen wir. Mit dem Versprechen, nächstes Mal noch mehr aus der Bibel zu besprechen und einem Säckchen saftiger Acerolas zogen wir weiter.

 

Die nächste Adresse war bei einem Ehepaar, das uns gleich hereinbat. Die Frau zeigte uns stolz ihre alte Lutherbibel (in gotischer Schrift). Ihr Mann könne das sogar noch lesen, aber er habe eine andere Bibel, die besser zu lesen sei. Als wir ihm später etwas zum Lesen anboten, meinte er, er habe auch schon ein „Büchlein“ von uns und kam mit einem zerlesenen Wachtturm aus dem Jahr 2001 (!) zurück. Wir konnten ihm mit etwas Aktuellerem weiterhelfen ;-)

Sogar die Enkelin (7 Jahre) würde so gern in dem „Büchlein“ lesen, das der Opa immer liest, weil es ihr so gefällt.

Nach ein paar weiteren Gesprächen, die fast ebenso nett waren, gings dann müde, aber glücklich, nach Hause.

 

Natürlich ist hier nicht nur die Pflanzenwelt üppig, auch alles mögliche Getier bekommt man zu Gesicht! - Nicht nur, wenn man einen Ausflug nach Pomerode in den Zoo macht…

 

… auch, wenn man einfach nur unterwegs ist…


25.6.13 13:10, kommentieren